glueck

             

          Das pure Glück

               Ich werde wach, weil mich die Sonnenstrahlen

                an der Nase kitzeln.

                Du schläfst noch.

               Ich setze mich auf und betrachte dich.

               Du liegst da, wie ein Baby, schutzlos und verletzlich,

               die Hand um einen Zipfel der Decke

               geklammert, als wenn du dich an ihr festhalten

                wolltest.

               Es ist warm im Zimmer.

                Du hast im Schlaf die Decke weggeschoben und liegst

                auf der Seite mit halb angewinkelten Beinen.

                Mein Blick streichelt deine Haare, wandert zu

               den zarten Wimpern, die deine Wangen

               berühren und stolpert über deinen Mund, der

               auch im Schlaf zum Küssen aussieht.

               Dann gleitet er über deine Schultern und

               deinen schmalen Rücken, klettert die einzelnen

               Wirbel deines Rückgrates hinunter und bleibt

               in einer süßen Mulde am Ende des Rückens hängen.

               Plötzlich wirst du wach.

               Du streckst Dich, drehst dich um und siehst

               mich, wie ich dich betrachte.

                Deine Augen lachen,

                dein Mund sagt "Komm her"

                und deine Arme laden mich ein.

               Ich lasse mich nicht zweimal bitten -

               und umarme das pure Glück.

              

 

              





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